Folge 19 der WHySE Tiergeschichten
Dieser Beitrag erschien zuerst auf LinkedIn am 04. August 2026.
„Plasma – was?
Und türkiser Wasserstoff? Hä?“
Schwein blieb stehen.
Ziege zeigte auf die Karte des H₂-Terrains.
„Vielleicht, weil manche Wege anders beginnen.“
Hund nickte.
„Viele denken bei Wasserstoff zuerst an Wasserlektrolyse: Strom, Wasser, Wasserelektrolyseur.
Bei türkisem Wasserstoff beginnt der Weg bei Methan.“
„Bei Erdgas?“, fragte Schwein.
„Zum Beispiel“, sagte Hund. „Oder bei Biomethan. Auch Biogas kann spannend werden, wenn es passend aufbereitet wird.“
Ziege tippte auf die Karte.
„Und so kommt die Plasmalyse ins Spiel.“

„Genau. Plasmalyse nutzt Plasma, um Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff zu zerlegen“, erklärte Hund. „Der Wasserstoff kann vor Ort genutzt werden oder in eine Wasserstoffleitung eingespeist werden. Der Kohlenstoff liegt fest vor und geht dadurch einen anderen Weg als das CO₂ aus dem Schornstein.“
Schwein dachte nach.
„Und was macht man mit dem Kohlenstoff?“
„Das ist eine wichtige Frage“, sagte Hund. „Je nach Qualität kann er als Rohstoff interessant sein. Für Materialien. Für Baustoffe. Für industrielle Anwendungen. Denkmal, in wie vielen Produkten Kohlenstoff steckt. Man kann in auch in der Landwirtschaft nutzen. Als Bodenverbesserer.
Schwein zeigte auf den Rand der Karte.
„Und was kostet der Wasserstoff dann?“
Hund faltete die Karte ein Stück auf.
„Belastbare Kostenschätzungen entstehen erst, wenn die Rahmenbedingungen klar sind: Methanquelle, Strompreis, Anlagenkonzept, Betriebsstunden, Nutzung des Wasserstoffs, Umgang mit dem Kohlenstoff, Genehmigung und Logistik.“
Ziege sah auf die Karte.
„Also erst verstehen, dann rechnen, dann entscheiden?“
„Genau“, sagte Hund. „Wie Pferd es beim FEED feststellte.“
Für kommunale Unternehmen, Biogasanlagenbetreiber, Kläranlagenbetreiber und Projektentwickler:
Wenn ihr prüfen möchtet, ob aus einem vorhandenen Methanstrom eine H₂-Projektidee entstehen kann, sortiere ich die ersten Fragen gern mit euch.

